Bürgerinitiative Pro Fuchs Ostfriesland e.V.  
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... denn er fühlt wie Du den Schmerz

 

Der DJV (Deutscher Jagdverband) behauptet, aufgrund der Ausmerzung der Tollwut bei Füchsen, gäbe es eine "Explosion der Fuchsbestände".

Wir sagen - es werden Tatsachen verdreht, wenn es um Tradition und die Vorliebe zur Fuchsjagd geht! 


Hier ist der Artikel des DJV und der Artikel zum sogenannten "Wild Monitoring":

https://www.jagdverband.de/content/auf-der-jagd-gegen-die-tollwut

 https://www.jagdverband.de/sites/default/files/WILD-Bericht%202015_2.0.pdf


Und hier kommen unsere Argumente gegen diese Behauptung des DJV:

  • Wie viele Füchse gibt es denn heute genau in Deutschland? Wie viele Füchse gab es genau vor 30 Jahren? Wie wurden diese Zahlen ermittelt?
  • Es soll heute 3mal so viele Füchse geben wie vor 30 Jahren. Die eigenen Streckenzahlen des DJV widersprechen dem. z.B. wurden 1996/ 1997 561.000 Füchse getötet. 2005/ 2006 wurden 604.000 Füchse getötet. 2015/ 2016 wurden 466.000 Füchse getötet.......                                                                   (Quelle: https://www.jagdverband.de/jagdstatistik)
  •  Wie im Dokument angegeben, basiert dieses Wild-Monitoring bei Füchsen auf der Erfassung der Geheckzahlen (das sind Fuchsbaue) in einigen Revieren. Laut Kartierung wurde von den Revieren, in denen eine Erfassung durchgeführt wurde, vielleicht die Hälfte des Landes abgedeckt und selbst die dort ermittelten Zahlen sind Lückenhaft. Die Ermittlung der Geheckzahlen ist an sich zudem fehlerbehaftet: Da Füchse mehrere Baue anlegen und nutzen, lässt sich von der Zahl der (scheinbar) befahrenen Baue nicht sicher auf die Geheckzahl schließen. Doppelzählungen – und damit eine Überschätzung des Bestands – sind möglich. Naturgemäß schwanken die Besatzdichten regional und selbst lokal je nach den Gegebenheiten im Revier stark und aus den vage ermittelten Geheckzahlen wurde zudem unter der pauschalen Annahme eines Geschlechterverhältnisses und einer “angenommenen Welpenzahl“ eine Besatzdichte geschätzt.
    Objektiv betrachtet wird man zustimmen müssen, dass man unter wissenschaftlichen Maßstäben bei dieser Art des Monitorings bestenfalls nur von einer groben Bestandsschätzung sprechen kann. Über die Bestandszahlen von vor 30 Jahren,  sagt diese Quelle absolut nichts aus.
  • Unseres Wissens gibt es keine konkreten, wissenschaftlich belegbaren Zahlen zur Fuchspopulation – nicht von heute und schon gar nicht von vor 30 Jahren.
  • Objektiv betrachtet muss man ehrlicherweise grundsätzlich feststellen, dass der Fuchsbestand nicht etwa heute unnatürlich hoch ist, sondern allenfalls zur Zeit des Seuchenzuges der Tollwut in Verbindung mit der damals besonders intensiven Bejagung unnatürlich niedrig war.
  • Will man in diesem Artikel (zusammenlegen von 2 Arten der Tollwut) offenbar durch die Blumen suggerieren, die Fledermaustollwut könne irgendwann zur Tollwut bei Füchsen führen?  Das ist dann eine fälschliche Darstellung, und das Suchen nach Gründen und Rechtfertigungen für die Öffentlichkeit, den Fuchs unsinnigerweise töten zu können.
  • Stellen wir das mit der Fledermaustollwut mal richtig: Noch nie wurde bei uns irgendwann bei einem Fuchs die Fledermaustollwut nachgewiesen. 
    Die Fledermaustollwut ist eine eigenständige Erkrankung, die von der Fuchstollwut oder „klassischen Tollwut" abzugrenzen ist und durch die Europäischen Fledermaustollwutviren 1 und 2 (EBLV-1 und -2) hervorgerufen wird. 2009 kam ein neues, bis dato unbekanntes Virus dazu, welches aus einer Fransenfledermaus aus der Region Hannover isoliert und nach dem Fundort Bokeloh bat Lyssavirus (BBLV) genannt wurde http://wwwnc.cdc.gov/eid/article/17/8/11-0201_article). 
    Andere Tiere und auch der Mensch sind zwar für die Fledermaustollwutviren empfänglich, Erkrankungen des Menschen und anderer Tiere an Fledermaustollwut sind jedoch äußerst seltene Einzelereignisse. Bislang wurde es nur fünfmal in Europa bei Säugetieren nachgewiesen, davon einmal in Deutschland im Gewebe eines Marders (2001). Ansonsten spielt sich das Krankheitsgeschehen in der Fledermauspopulation ab. Tollwutkranke Fledermäuse liegen zumeist am Boden, wo sie leicht von Katzen und Hunden erbeutet werden können, die sie aber oft nicht fressen. Sie verhalten sich aggressiv, zeigen Schluckbeschwerden und werden meist, bedingt durch Lähmungserscheinungen, flugunfähig. 2014 waren von 21 in Niedersachsen untersuchten Fledermäusen zwei Tiere Tollwut-positiv. http://www.laves.niedersachsen.de/.../tollwut-93040.html